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Street Fighter X Tekken Vita Test_

Kampf der Titanen

Der neuste Fighter aus dem Hause Capcom verspricht einen epischen Zusammenprall der Kampftitanen aus Street Fighter und Tekken. Bietet Street Fighter X Tekken einen gelungenen Mix, oder ist das hier eine misslungene Kreuzung?

Nachdem das Spiel vor einigen Monaten auf den großen Konsolen erschienen ist, bekommen auch mobile Zocker Street Fighter X Tekken (sprich: Street Fighter Cross Tekken) in die Hände. Und was in unserem Test als erstes auffällt: das für die Vita zurechtgeschneiderte Spiel steht dem großen Konsolenbruder kaum um etwas nach.

Jede Reise beginnt mit einem Schr… Tutorial. Wer sich gerne durch langweilige, unmotivierte Trainingseinheiten durchbeißt ist hier leider fehl am Platz. Denn durch die spritzigen Zwischenkommentare des Trainers Dan und Einleitungen in die Techniken, wird uns ein netter Einstieg in das Kämpfen geboten. Nicht nur für Einsteiger in das Kampf-Genre und Neulinge des Street Fighter Universums ist es sehr anzuraten zu Beginn dieses Tutorial durchzumachen. Schließlich warten neben den üblich anzulernenden Comboketten auch jede Menge spezifische Moves im Kampfsystem von SFxTekken, die erlernt werden müssen. Es dauert darum auch eine Weile, bis man alle 12 Tutorialaufgaben durch hat – bis man die relativ komplexen Lektionen verinnerlicht hat, noch ein ganzes Stück mehr.

Bereit für ein actionreiches Spektakel, führt der erste Weg meist in den Arcademodus. Dort geht es um die Büchse der Pandora… und leider hält diese tatsächlich auch nur eine Katastrophe bereit: Eine Story, die leider wenig Spannung oder Action parat hat. Selbstverständlich ist dies sowieso nicht der Hauptfokus eines Kampfspiels – schon gar nicht eines so technikorientierten Fighters wie in diesem Fall – aber eine interessante Story hat noch nie einem Game geschadet. In Street Fighter X Tekken steht rasantes Tag-Teamplay im Zentrum des Geschehens. Sowohl die Story, als auch Online-Matches zum Beispiel, werden immer 2 gegen 2 ausgetragen. Das heißt, dass man zumindest zwei Fighter gut beherrschen muss, um gegen die Gegner bestehen zu können. Und von denen, gibt es eine ganze Menge. Das Spiel wartet auf der Vita mit einer gigantischen Schar an Kämpfern auf. Sage und schreibe 55 furiose Fighter aus den SF und Tekken-Universen versammeln sich hier und bieten aufgrund der zahlreichenden Kombinationsmöglichkeiten viel Raum zum Experimentieren. Natürlich sind Serienlieblinge wie Ryu, Jin, Chun Li oder Nina mit von der Partie. 55 sind es übrigens deshalb, weil in der Vita Version glücklicherweise bereits die 12 DLC Charaktere aus der Konsolenversion – wie etwa Mega Man – inkludiert sind. Diese lassen sich übrigens Dank CrossPlattform Unterstützung direkt auf die PS3 übertragen. Fein!


Zusätzlich bekam die Vita-Version auch ein CrossPlay Feature spendiert. Dadurch kann man als Besitzer der Vita Version auch online gegen PS3-Spieler antreten, wodurch die Gegnersuche und Auswahl deutlich einfacher funktioniert, als bei gewöhnlichen Ports. Für ein gutes Crossover reicht es jedoch nicht aus, die Charaktere zu importieren, es muss auch an der Spielmechanik gedreht werden. Das Gameplay fühlt sich trotz des Mashups der Kampftitanen insgesamt weit mehr nach Street Fighter, denn an Tekken an.

Für Kenner der Street Fighter Serie ist die Steuerung bekannt: sie enthält mit 6 Tasten 3 mögliche Kicks und 3 mögliche Schläge (niedrig, mittel, hoch). Auch die Tekkenkämpfer werden nach diesem Schema gesteuert und fühlen sich für Veteranen dementsprechend anders an. Das tut weh – wer sich einen Kampf auf Augenhöhe erwartet hat, muss sich als Tekken-Spieler auf die komplett neue Steuerung einstellen. Eine Prise Tekken im Gameplay bedeutet zwar, dass man auch als Anfänger einen Einstieg in die Taktik findet – jedoch gibt es, typisch für Street Fighter, bereits früh eine sehr steile Lernkurve, an der sich viele Neulinge die Zähne ausbeißen werden. Das liegt nicht nur an den Combos der zahlreichen Fighter, sondern auch an den ganzen Special-Moves und Kontertechniken im Spiel.

Dazu gehören die fast schon verwirrenden Kampftechniken wie Cross Assault, wo mit beiden Charakteren aus dem Tag-Team gleichzeitig angegriffen wird, oder der Cross Cancel, ein Angriff aus dem Blocken heraus – gelingt dieser, wird der Gegner durch die Arena geschleudert. Wenn nicht, geht die eigene Deckung flöten und das einzige, was die gegnerischen Schläge bremst, ist das eigene Gesicht. Da hilft es nicht gerade, dass man nur ein ultrakurzes Zeitfenster zum Betätigen der richtigen Tasten hat. Eine ähnliche riskante, aber sehr belohnende Technik ist der Pandora Modus. Hier kann man einen Kämpfer, dessen Vitalität unter 25% gefallen ist opfern, um seinem Mitstreiter einen massiven Powerschub zu gewähren. Dieser Effekt hält jedoch nur kurz. Entweder macht man den Gegner innerhalb 10 Sekunden platt, oder geht selbst vor Erschöpfung KO. Deshalb ist dieser Kamikaze-Angriff auch nur in besonders aussichtslosen Situationen zu empfehlen, in denen man sich erhofft, auf gut Glück dann doch das Blatt wenden zu können.

Angriffe führen übrigens dazu, dass sich die Cross-Leiste der Kämpfer füllt. Die Cross-Leiste hat 3 mögliche Levels, die unter anderem auch durch Einstecken von gegnerischen Angriffen erreichbar sind. Ähnlich wie in Marvel vs. Capcom etwa, lassen sich je nach Cross-Level unterschiedlich starke, teilweise zermürbende Attacken durchführen. Allein in diesen Neuerungen sieht man: Street Fighter X Tekken ist durch und durch ein Hardcore-Fighter. Damit aber Anfänger nicht ganz verschreckt werden, hat man sich die Gems einfallen lassen, welche automatisch gezielt Fähigkeiten der Kämpfer verbessern können.

Hier gibt es die Möglichkeit mehrere Boost Gems (stärken die Angriffswerte) und Assist Gems (erleichtern das Spielen durch z.B.: automatisches Blocken, einfachere Combosteuerung) zu wählen und individuell zu kombinieren, sodass die eigenen Schwächen in gewissen Bereichen verdeckt werden können. Zusätzlich hat sich Capcom noch etwas für Gelegenheitsspieler einfallen lassen. Der sogenannte „Gelegenheitsmodus“ (exklusiv für die Vita) erlaubt es auch weniger erfahrenen Spielern die Boni im Arcade-Modus zu erlangen, indem das Gameplay stark vereinfacht wird. Die Steuerung der Fighter erfolgt in diesem Modus nämlich über den Touchscreen und das Rückseitenpad der Vita – Angriffe, Ex-Moves und dergleichen werden über einfaches Wischen bzw. Berühren des Touchscreens aktiviert. Zusätzlich dürfen Anfänger im Gelegenheitsmodus auch automatisierte Angriffe einsetzen. Durch das bloße Tippen auf den Touchscreen führt dann der Fighter vollautomatisch passende Angriffe aus. Natürlich ist diese Option online NICHT einsetzbar, da sonst wahrscheinlich jeder Dreijährige die Online-Ranglisten stürmen würde.

Sowohl Anfänger, als auch Profi-Fighter werden übrigens die Quick-Combos lieben. Durch diese ist es möglich, einen frei wählbaren, noch so komplizierten Combo durch das Betätigen der Schultertasten durchzuführen – doch verbraucht dieses Tastenkürzel einen Balken der Cross-Leiste, weswegen es auch mit Vorsicht zu genießen ist. Also ist es nach wie vor wichtig, die Combos der Lieblingsfighter im Schlaf zu beherrschen, um gegen die harte Konkurrenz online bestehen zu können. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit im Herausforderungsmodus, in Trials einzelne Manöver zu erlernen oder in Missionen auch direkt im Kampf gezielt einzusetzen.

Grafisch sieht das Spiel erstklassig aus. Und das nicht nur für ein Vita-Game. Denn es gelang hier – wie auch schon beim vielzitierten MvC – das Spiel von den Konsolen fast eins zu eins auf die Vita zu übertragen. Somit kann man dieselben, liebevoll gestalteten Charaktere erwarten. Kleinigkeiten wie die Animationen im VS Bildschirm zeigen hier die Liebe zum Detail, mit der man die Vita Fassung behandelt hat. Besonders die knalligen Farben strahlen richtig auf dem Vita-Display. Special-Moves werden von schönen Lichteffekten begleitet, bei der die Kamera die Fighter auch aus der Nähe zeigt. Und sogar da müssen sie sich nicht vor der Konsolenversion verstecken, obwohl man bei genauerem Betrachten die weniger scharfen Texturen erkennen kann. Natürlich musste man für ein Handheld da und dort Abstriche machen. Die sind auch in den witzigen Hintergründen erkennbar, die in der PS3/360 Version vollständig animiert waren. Auf der Vita sind diese nicht so belebt, da einige Figuren bloß in 2D dargestellt sind. Dafür läuft das Spiel absolut flüssig und es kam im Test nie zu Rucklern.

Stichwort Hintergründe: Während das Spiel ein knochenhartes Kampfsystem mit brutal genauem Gameplay aufweist, nahmen es die Entwickler mit der Präsentation im Spiel nicht ganz so ernst. So kämpft man in einer Raumstation und kann aus dem Fenster ins All sehen, wo sich ein mechanischer Zangief gegen JackX im Vakuum zur Wehr setzt, oder man spielt in einer Jurassic-Arena, in der im Hintergrund boxende Dinos zu betrachten sind. Gerne geht man ins Spieltutorial, um sich das Geschehen im Hintergrund in Ruhe ansehen zu können. Der Humor der Entwickler zeigt sich auch in den Intros zu den Kämpfen, die je nach gewählten Spielern unterschiedlich ausfallen. Während Ryu und Ken ihre tolle Bromance weiter pflegen, zicken sich Lili und Asuka gegenseitig an. Was sich Oberbösewicht Heihachi und Kuma zu sagen haben, oder wie die Supersoldaten Guile und Abel miteinander auskommen, lassen wir euch selber rausfinden. Das Spiel regt durch diesen verrückten Stil zum ständigen Rumprobieren an. Auch der technolastige, fetzige Soundtrack und die gelungenen Soundeffekte sind ein Grund dafür, dass der Motivationfaktor in SFxT für eine lange Zeit hochgehalten wird. Wenn wir mal den fettleibigen Bob KO schlagen, trauert dieser um seinem „perfekten Körper“ und der arrogante Paul „kann es einfach nicht versteh’n“.

Leider enttäuscht der Online-Modus in SFxT momentan noch durch die mangelnde Benutzerfreundlichkeit. Schade ist, dass die Ranglisten-Kämpfe keine Rückkampfmöglichkeit bieten und auch der Gruppenkampf durch die langen Wartezeiten eher nervt. Interessant sind aber die Replays, und was man hier daraus gemacht hat. Replay bedeutet in diesem Fall übrigens nicht nur einen kurzen Abschnitt vor dem KO, sondern ein Video des kompletten Fights. Online lassen sich gespeicherte Replays eigener, als auch fremder Kämpfe im Endlos-Modus betrachten und nach Skill-Level und Charakter filtern. Hier kann man den Profis sozusagen über die Schulter und in die Karten schaun und von ihren Combo- und Gem-Einsätzen lernen.

Hadouken oder Devil Beam? keine Frage …. einfach Beides!

Der Crossover zwischen den zwei Kampfgiganten der Fighter-Geschichte präsentiert sich als ein dynamisches, actiongeladenes Prügelerlebnis welches nicht mit grandiosen Combos und imposanten SuperArts spart. Leider ist die kurze und unspektakuläre Story nicht wirklich brauchbar und der Online-Modus verträgt noch einpaar Features. Doch mit seiner – besonders auf der Vita – gelungenen Präsentation, dem rasanten Soundtrack und flüssigem Gameplay ist jede Menge Spielspaß garantiert. Witzige Soundeffekte, lustige Arenen und die pointierten Kommentare der zahlreichen Kämpfer sorgen ständig für frischen Wind – genauso wie der Charaktereditor, in dem man die Figuren individuell bearbeiten und einkleiden kann. Die Cross-Funktionalitäten werden besonders PS3 Besitzer freuen und der sinnvolle Einsatz des Touchscreens in den Menüs und während der Kämpfe, sorgt für ein rundum gelungenes, mobiles Erlebnis.

Nett ist auch die NEAR Funktion, über die gespeicherte Replays ausgestauscht werden können. Während ihre Moves zwar so aussehen, wie im Original, spielen sich die Tekken-Charaktere ganz anders als zuvor. Das nimmt ambitionierten Tekken-Spielern wahrscheinlich den Wind aus den Segeln. Auch die Ladezeiten vor den Kämpfen fühlen sich eine Spur zu lang an. Ein schneller Fight zwischen mehreren Busstationen ist dadurch aber nicht gefährdet. Street Fighter X Tekken ein gelungenes Kampfspiel, das eine Menge Prügelaction vor Allem für Fortgeschrittene bietet, die sich der steilen Lernkurve und der harten Online-Konkurrenz stellen möchten!

2 Comments_

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White Strike
White Strike
on said:
Sieht extrem vielverpsrechend aus Aber das mit “spoilerfreien Video” hat nicht so hingehauen ^^nn1nn1nn1
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guest
on said:
Da wird die Story grob erklärt – die harten Storywendungen kommen tatsächlich nicht vor :-)
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