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Forza Horizon im Test_

Ein glänzender Racer

Vom Bordstein-Parkplatz zur Sky-Garage zurück! Eine Prise Action beschleunigt Forza Horizon nahe an die Pole Position der Rennspiele. Was hat der neue Racer von Playground Games unter der Haube und welche Altlasten sind im Kofferraum versteckt?

Lust auf einen Trip durch die wunderschönen Landschaften Colorados, aber kein Geld in der Tasche? Kein Problem, denn Forza Horizon führt uns durch eine farbenfrohe und wunderschöne virtuelle Nachbildung des US-Bundesstaates. Hier findet das Horizon-Festival statt, bei dem wir als Fan von heißen Boliden teilnehmen, um Pferdestärken zu feiern. In unterschiedlichen Rennen dürfen wir unsere Skills gegen die KI beweisen, um uns zum König des Festivals krönen zu lassen.

Die große Stärke der Forza-Reihe war immer schon die realistische Fahrphysik, welche die Fahrt mit jedem einzelnen Wagen zu einem ganz individuellen Erlebnis macht. Egal ob du mit einem Nissan Skyline um die Kurven auf Asphalt düst oder mit einem Bugatti Veyron mit über 300 Sachen über den Highway krachst, es fühlt sich immer anders … aber immer wahnsinnig gut an. Wer sich dann in einen Subaru Impreza setzt und Lust auf Rallye-Action hat, soll doch mal von der Straße abkommen und auf die, erstmals in einem Forza-Spiel eingebauten, Offroad-Strecken mit buckeligen und staubigen Pisten abfahren. Man muss jedoch kein Forza-Veteran sein, um eines zu bemerken: Das hier ist keine Rennspielsimulation.

Die neue Ausrichtung des Spiels könnte einige überraschen. Denn Forza Horizon ist ein Arcade-Racer. Klar, schließlich haben Turn 10 – Erfinder und langjährige Entwickler der Serie – hier ihr Game an den Entwickler Playground Games verliehen. Die setzen sich unter Anderem aus Veteranen der “Project Gotham Racing”-Entwickler zusammen. So wurden zu Gunsten des neuen Open-World Konzepts und den teils sehr kurvenreichen Strecken Veränderungen an der Fahrphysik vorgenommen. Das heißt, dass das Bremsen wesentlich wesentlich kontrollierter funktioniert und die Steuerung im Allgemeinen etwas lockerer und einsteigerfreundlicher gestaltet wurde. Diese Änderungen müssen gut genutzt werden, denn wir bestreiten in unseren Festival-Events Rennen mit waghalsigen Manövern, wie stylische Drift und knappe Fast-Zusammenstößen, um eine möglichst hohe Anzahl an Stilpunkten zu gewinnen. Gelingt es uns, steigt unsere Popularität und Beliebtheit unter den Festivalbesuchern.

Natürlich wurde durch den Fokus auf Adrenalin-Action auch das Schadensmodell bearbeitet. Dieses wirkt sich nicht auf das Fahrverhalten auf, sondern wurde auf kosmetische Schönheitsfehler reduziert, die Reifenabnutzung und auch die Setup-Optionen an Aerodynamik, Getriebe usw. gestrichen. Nichtsdestotrotz können wir die einzelnen Schlitten mit Bodykits, Federn, Dämpfern und Felgen aufpimpen und mit den umfangreichen Lackier- und Designmöglichkeiten zu einem Kunstwerk aufstylen.

Aber auch der Tuning-Bereich ist gut bestückt und lässt fast alle Arten von Umbauten zu, vom Fahrwerk zum Motor wird Alles bearbeitet, was den fahrbaren Untersatz besser und schneller macht. Wer jedoch nicht selbst Hand anlegen will, muss nicht aufs Tuning verzichten, sondern kann seinen Mechaniker Dak damit beauftragen, das Gefährt für das nächste Rennen fit zu machen. Keine Lust, endlose Zeit mit dem Geldverdienen zu verbringen um den neuesten Schlitten zu ergattern? Kein Problem, denn in der offenen Welt sind 100 Rabattschilder verteilt, welche wir zerstören können. Pro zerstörtem Schild erhalten wir einen 1%-Nachlass auf alle Anschaffungen.

Das Horizon Festival, in dessen Rahmen wir unsere Rennen fahren, bietet zahlreche unterschiedliche Veranstaltungen mit zahlreichen Rennen, die man nach und nach weiter freischalten kann. An den Veranstaltungen darf man aber nur mit dem richtigen Armband teilnehmen – diese ergattern wir, wenn wir ein Event abgeschlossen haben. Insgesamt gibt es 7 solcher Events, die aufeinander aufbauend immer größere Herausforderungen bieten. Am Tage fahren wir auf gesperrten Strecken und in der Nacht jagen wir unsere Rivalen in illegalen Straßenrennen durch die Gegend. Während die Festivalrennen Rundrennen und Streckenrennen von A nach B umfassen, versuchen wir in den Straßenrennen meist Checkpoints zu erreichen, die durch Leuchtstrahler gekennzeichnet sind. Der Weg bleibt hier allen Fahrern offen, doch gibt es leider nicht viele Alternativrouten, die man als Abkürzung nutzen könnte. Auf den Straßen abseits der Festivalstrecken tummelt sich der normale Verkehr und macht die Straßenrennen einen Tick anspruchsvoller. Auch sichere Fahrer werden mehr als nur den einen oder anderen Crash erleben. Wem das zu viel wird, wird sich darüber freuen, dass Playground Games die Rückspulfunktion mit im Gepäck hat. Eine Kurve falsch genommen oder von einem Gegner abgedrängt worden?`Einfach zurückspulen und den Fehler beheben. Wer sich die Rennen jedoch richtig hart geben möchte, kann diese Funktion deaktivieren und kassiert bei Siegen höhere Preisgelder. Vermissen wird man bei den Straßenrennen jedoch die Straßenpolizei, welche mit Abwesenheit glänzt. Dies war eine bewusste Entscheidung der Entwickler, die sich damit nicht zu sehr in das Need for Speed Gefilde der Polizeiverfolgungen begeben wollte.

Eine interessante Neuerung sind die Schaurennen, wo etwa Duelle gegen einen Hubschrauber gefahren werden. Verrückt, aber gut gelungen. In den Starshowdowns kann man sich die Karossen von sieben Rivalen durch Rennsiege angeln. Diese sind sozusagen die Endbosse. Leider fehlt hier aber der Nervenkitzel, da man sein eigenes Auto nicht verlieren kann.

Die Arcadelastigkeit in die Rennen wird auch im Verhalten unserer Kontrahenten bemerkbar, die in knappen Situationen schneller zum rempeln und schubsen neigen. Eine härtere Fahrweise kann man sich aufgrund des abgeschwächten Schadensmodells auch selbst leisten. Die Fahrweise der KI ist sehr stark an die vier Schwierigkeitsgrade gekoppelt. Ab dem dritten Grad „Schwierig“ und dem letzten „Wahnsinnig“, sind die Kontrahenten knochenhart und nutzen jeden Fehler aus. Bis zum mittleren Schwierigkeitsgrad sind sie jedoch viel barmherziger bzw. dümmer und fahren öfter selbst ungebremst in Hindernisse, um uns einen leichten Sieg zu ermöglichen. Vor jedem Rennen kann man den Schwierigkeitsgrad und die Fahrhilfen individuell wählen. Gut ist, dass man für die Wahl eines puristischen Setups und eines höheren Schwierigkeitsgrades mit mehr Kohle an der Ziellinie belohnt wird.

Zwar fallen die Renn-Modi recht abwechslungsreich aus, doch sind sie leider allesamt sehr kurz. Keines der Rennen dauert mehr als 3 bis 5 Minuten, was natürlich  verschwendetes Potential bei so einer großen Welt ist. Es fehlen ebenso richtige Drift- oder Stuntrennen, die sehr gut zum Festival-Setting gepasst hätten.

Forza galt schon immer als eines der schönsten Spiele der jeweiligen Videospielgeneration. Auf dieser tollen Optik konnte Playground Games ihr Spiel aufbauen. Langweilig wird einem in Forza Horizon trotzdem nie. Allein die atmosphärisch und grafisch wunderschön umgesetzte Welt von Colorado bietet viele atemberaubende Kulissen und wirken durch die Weitsicht, den Tag/Nachtwechsel, den schönen Lichteffekten und der Detailliebe wie die Bilder aus einem Dokumentarfilm. Trotz der heruntergeschraubten Bildrate auf 30 Bilder pro Sekunde fühlt man sich auch bei hohen Geschwindigkeiten noch wie in einem Speed-Rausch, ohne dabei die Übersicht zu verlieren.

Die Größe der Spielwelt reicht zwar nicht an ein Red Dead Redemption, dennoch wurde ein Schnellreisesystem implementiert, in dem wir zu gefundenen und durch PR-Stunts freigeschaltenen Außenposten reisen können. Diese PR-Stunts folgen leider immer demselben Schema – wir müssen in bestimmter Geschwindigkeit geblitzt, mit Highspeed durch eine Zone fahren, unser Auto unbeschadet zum Fotoshooting befördern (hier können wir auch Fotos schießen, die wir hochladen können) und als letztes noch ein festgesetztes Fahrmanöver absolvieren.

Um die Freiheit der offenen Welt wirklich ausnutzen zu können ist, uns das Navigationssystem als hilfreiches Instrument zur Seite gestellt, das wir auf der Xbox360 sogar mit der Kinect Stimmerkennung verwenden können. Alternativ können wir auf der Landkarte Punkte markieren zu denen wir fahren wollen.
Ein sehr schöner Zusatz für die Atmosphäre sind die drei Radiosender, zwischen denen wir während der Fahrt wählen können. Hier haben wir die Auswahl zwischen einem Elektro, Pop und Rock-Musiksender. Die Auswahl an 60 unterschiedlichen Songs kommt zwar nicht an die Radiosender in GTA heran, ist trotzdem sehr abwechslungsreich und gut zusammengestellt.Über Funk erfahren wir auch Standorte von versteckten Autos, oder Lauschen den Berichten von den eigenen Erfolgen im Festival, als dem „Unbekannten der das Festival aufmischt“. Generell stellt sich die Soundkulisse des Spiels als sehr authentisch dar – auch hier nicht zuletzt dank der tollen Vorarbeit von Turn 10. Motoren- und Fahrgeräusche kommen was den Sound angeht der Realität sehr Nahe an.

Der Multiplayer-Modus hält unterschiedliche Rennarten bereit, in denen meist auch die Regeln wie z.B. Fahrhilfen selbst eingestellt werden können. Neben den Standard-Rennen gibt es Spaßrennen wie „Infiziert“ in dem ein Spieler die restlichen Kontrahenten durch crashen anstecken muss oder „König im Mittelpunkt“, in dem alle Spieler dem König nachjagen um sich seinen Titel zu ergattern. Die „freie Fahrt“ enttäuscht leider durch eine recht leere Welt, da es keinen Verkehr gibt und nur Spieler der aktuellen Session durch die Welt düsen. Die maximale Spieleranzahl pro Session ist auf acht begrenzt, was zwar einer flüssigeren Verbindung zugutekommt, den Spaßfaktor dadurch leider stark vermindert. Auch fallen die Herausforderungen in den leider schwachen Ko-op Missionen nicht allzu anspruchsvoll aus und bieten wenig Motivation.

Die altbekannten Autoclubs sind im neuen Multiplayer wieder vorhanden und stellen eine gute Möglichkeit dar, sich mit Gleichgesinnten PS-Junkies zusammenzufinden. In solch einem Club kann man einen gemeinsamen Fuhrpark anlegen und die individuell gestalteten Autos der KollegInnen begutachten. Im Rivalenmodus haben wir die Möglichkeit nach einem Karriererennen gegen einen Rivalen (vornehmlich aus der Freundesliste) anzutreten. Auch nachdem man die Karriere beendet hat, bieten die Rennen gegen unsere Rivalen Anstoß um Weiterzuspielen und viel Langzeitspaß.

Forza Horizon hat sich durch seine atemberaubende Grafik, die guten Spielmodi und die abwechslungsreichen Rennen einen Platz auf dem Treppchen der besten Rennspiele verdient. Die nur kurzen Rennen sind leider sehr ärgerlich und mindern den Spielspaß für all jene, die nur frei durch die Straßen cruisen und den Asphalt genießen wollen. Das abgeschwächte Schadensmodells und die leicht vereinfachte Fahrphysik Forza Horizon kommen besonders Einsteigern zugute. Die härtere KI der Kontrahenten in den höheren Schwierigkeitsgraden macht das Spiel auf lange Zeit spannender und zu einem herausfordernden Speed-Rausch-Erlebnis.

Der abwechslungsreiche Multiplayermodus wird leider überschattet von der Einschränkung auf maximal 8 Spieler, bietet jedoch durch abwechslungsreiche Spaß-Rennen und die Rivalen-Herausforderungen sehr viel Langzeitmotivation.

Hier ein kurzes Fazit:
http://comboclash.com/reviews/forza-horizon/

Großbritannien hat noch immer seminararbeit ghostwriter eine gespaltene gesellschaft

3 Comments_

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tko1990
tko1990
on said:
ist zwar ein gutes game, aber ans echte forza kommts nincht ran
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White Strike
White Strike
on said:
Ist Need for Speed Most Wanted oder Forza besser?
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